Ontonym - passendes einfach finden

Jobbörsen und semantische Suche

Thomas Hoppe, Donnerstag, 24. Juni 2010

Wir haben gerade den Artikel Gerhard Kenk Fakten, Funktionen und Visionen: Wenn Google eine Jobsuchmaschine wäre gelesen in dem einige Argumente für den Einsatz einer semantischen Suche bei Jobbörsen aufgeführt werden, die wir und sicherlich auch viele Stellensuchende sehr gut nachvollziehen können.

Wir arbeiten seit vielen Jahren im Bereich der semantischen Suchtechnologien und haben vor zwei Jahren einen Demonstrator für eine semantische Stellensuche aufgebaut. Viele der Eigenschaften einer semantischen Suche, die in dem Artikel aufgeführt werden:

  • Unterschiedliche Gewichtung von Titel und Anzeige
  • Berücksichtigung von synonymen (bedeutungsgleichen) Bezeichnungen
  • kombinierte Relevanz und Aktualitätsbewertung
  • Berücksichtigung unterschiedlicher Schreibweisen und der Begriffsnähe

haben wir in unseren Demonstrator unter www.yapadu.de eingebaut und haben diesen unterschiedlichen Stellenmärkten und Jobsuchmaschinen vorgestellt. Sicherlich, an einigen Stellen ist der Demonstrator noch nicht perfekt (z.B. fehlt eine Eigennamenerkennung, deren Nachrüstung prinzipiell kein Problem darstellt), dennoch vermeidet er die wichtigsten der mittlerweile typischen Fehler bei Stellensuchen; beispielsweise, dass

  • zu “Klempner” keine Stellen als “Spengler” gefunden werden (und somit nahezu die Hälfte der Anzeigen nicht auffindbar ist),
  • zu “MTA” Stellen als Informatiker ausgewiesen werden, weil diese an einer “GesaMTArchitektur” arbeiten sollen,
  • “Projektleiter” keine Stellen als “Projektmanager” angezeigt bekommen, oder
  • das für einen “Geschäftsführer” auch die berühmte “Assistentin des Geschäftsführers” gefunden wird.

Kommentar eines Stellenmarktes nach dem wir über längere Zeit mit diesem im Gespräch waren und anhand eines Verfahrens zum quantitativen Vergleich von Suchmaschinenergebnissen mit harten Zahlen und anschaulichen Grafiken die Qualitätssteigerung durch eine semantische Suche gegenüber seiner Volltextsuche nachweisen konnten: “Wir sind noch nicht 100%ig davon überzeugt, dass ihr Verfahren zu einer Verbesserung führt. Wir werden erstmal mit Bordmitteln einige der wesentlichen Defizite beheben”. Und was passierte? Bis heute nichts, diese Defizite existieren immer noch.

Eine Konsequenz der im Artikel zitierten großen Zahlen, ist den Betreibern der Jobbörsen wohl noch nicht klar geworden. Bedingt durch die schiere Menge der Stellenanzeigen die pro Tag neu bei einer Jobbörse veröffentlicht werden, verringert sich bei rein nach Datum sortierten Ergebnissen die “Sichtbarkeit” der Anzeigen drastisch. Rutscht eine Anzeige erstmal auf die zweite Suchergebnisseite wird die Stellenanzeige nur noch von einem geringeren Teil der Stellensuchenden gesehen, auf Seite drei sind es dann nochmal weniger und ab den folgenden Seiten ist die Anzeige so gut wie unsichtbar (siehe beispielsweise die im Artikel von Herrn Kenk zitierte Jupiterstudie). Dies aber dauert bei großen Stellenbörsen oder spezialisierten Fachkräftemärkten noch nicht einmal annähernd so lange wie die Laufzeit der Anzeige. Dass die Unternehmen die rare Spezialisten suchen, hier noch kein besseres Preis-/Leistungsverhältnis verlangt haben, wundert ein bisschen.

Eigentlich könnten Stellenmärkte die Qualität der Ergebnisse deutlich verbessern – für die notwendigen Technologien wie semantische Suche gibt es Anbieter und das dafür notwendige Hintergrundwissen kann Ontonym liefern. Trotzdem dominiert nach wie vor die veraltete Volltextsuche in der kritischen Suchfunktion.

Dass Suchende mit der Qualität der Suchergebnisse im Allgemeinen nicht zufrieden sind, lässt sich auch nicht durch den Vergleich einer Volltextstellensuche mit einer anderen Volltextstellensuche weg definieren. Sicherlich die Suchenden Zahlen bisher kein Geld für bessere Ergebnisse und lediglich ein geringer Teil würde dies auch tun; als Anzeigenschaltender – die eigentlichen Einnahmequelle – aber, würde ich darauf bestehen, dass meine Anzeige auch dann angezeigt wird, wenn nach ähnlichen und verwandten Begriffen gesucht wird, und dass sie nicht bereits nach einem Bruchteil der gekauften Anzeigendauer aus dem Sichtfeld der Suchenden verschwindet.

Wer erinnert sich noch daran, warum Google so berühmt wurde? Es war die zur damaligen Zeit ungeschlagen hohe Qualität der Treffer, die dies möglich machte. Dieses Alleinstellungsmerkmal haben Stellenmärkte und Jobsuchmaschinen scheinbar bisher noch nicht richtig erkannt. Selbst “simply hired” kommt da noch nicht ran, wenn es für “Klempner” und “Spengler” immer noch unterschiedliche Suchergebnisse liefert.

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Ein Kommentar zu »Jobbörsen und semantische Suche«

  1. Thomas schrieb:

    Denke, bis Jobsuchmaschinen perfekte Treffer liefern dauert es wohl noch ne Weile. Wir sind gespannt!

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