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	<title>Kommentare zu: Change Blindness &#8211; über das Nicht-Erkennen vermiedener Fehler</title>
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		<title>Von: Michael R. Alvers</title>
		<link>http://blog.ontonym.de/2009/08/22/change-blindness/comment-page-1/#comment-35</link>
		<dc:creator>Michael R. Alvers</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 12:45:38 +0000</pubDate>
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		<description>Ich glaube nicht, dass „change blindness“ bei der Beurteilung der Leistung von &quot;normalen&quot; Suchmaschinen eine Rolle spielt. Das der Betrachter kleine und große (fehlender auffälliger Schal, andere Person, etc.) nicht-natürliche Veränderungen in z.B. Filmen nicht wahrnimmt, hat – so meine ich – mit der Arbeitsweise des Gehirns zu tun: wir fokussieren auf das Wesentliche und blenden ungewöhnliches und unwichtiges kontextsensitiv aus. Wir können das SO gut, dass man in manchen Experimenten nicht glauben kann, was man NICHT gesehen hat (ich möchte hier mein Lieblingsbeispiel nicht beschreiben, da dann die Lösung im Internet steht; aber glauben Sie mir, es wird Ihr Weltbild verändern … zumindest bei 75% aller Betrachter – wer es sehen will, muss zu mir kommen :).

Wenn es um Suche geht, denke ich vielmehr, dass die Tatsache, dass man meistens etwas findet und damit oft schon recht zufrieden ist, verschleiert, dass man was nicht gesehen haben könnte! Und dann stehen da noch Zahlen wie 50.200.000 Suchergebnisse für die Suche nach „Jaguar“. Das ist eine gigantische Menge von Findings! Die überwältigt uns und wir schauen nur 10-20 Ergebnisse an. Aber der Punkt ist doch der: wir wissen vielleicht noch, dass es ein Auto und ein Tier gibt, die Jaguar heißen, aber das es einen Caddy, eine Betriebssystem, eine Uhrenmarke, eine Yacht und eine Schere (!) gibt „sehen“ wir nicht, weil wir es nicht wissen (zumindest ich wusste es nicht). Wir wissen nicht was wir verpassen und „was ich nicht weis macht mich nicht heiß“. Wir werden nur ungeduldig, wenn wir das Suchergebnis irgendwie kennen und es nicht finden. Zum Beispiel eine Telefonnummer. Da haben wir eine Vorstellung vom Suchergebnis. Bei den meisten Fragen haben wir IMHO keine vollständige Vorstellung vom Ergebnis ja noch nicht mal vom Suchraum. 

Semantik kann einen Überblick über den Suchraum bieten, in dem Findings richtig einsortiert werden. Die Entitäten, bei denen es um das Auto geht (Kontext), werden dem Konzept „Jaguar Auto“ zugeordnet, die bei denen es um die Schere geht, entsprechend dem Konzept „Jaguar Schere“. Der Mehrwert liegt hier schon darin, dass mich der Assistent fragen könnte: „meinten Sie das Auto, das Tier, etc.?“. 

Auch kann eine heutige Suchmaschine eine Information über z.B. Investitionen in Dresden nicht finden, wenn man nach Investitionen (in) Deutschland sucht. Sie weis nicht das Dresden ein Teil von Deutschland ist und kann die Information über Investitionen in Dresden nicht als relevant einstufen. Das semantische Netz, die Ontologie im Hintergrund kann dieses Wissen aber bereitstellen. So ist die Einstufung der Information über Dresden als relevant für eine semantische Suchmaschine geradezu selbstverständlich. Die Suche wird vollständig.

Heutige Suchmaschinen „wissen“ nicht, dass z.B. Aspirin unter 18 verschiedenen Namen gelistet wird (Vitamin E 172!). Sucht man nur nach Aspirin, verliert man alle Ergebnisse für die Synonyme (Acetysal, Solprin, Acylpyrin, Micristin, Dispril etc.). Die Suche wird durch die Berücksichtigung der Synonyme abgelegt im semantischen Netz vollständiger.

Ich denke auch, das Stellen guter Fragen ist fast schon die Antwort. Ergo um auf die Frage nach „the life, the universe and everything“ keine Antwort „42“ zu bekommen müssen wir gute Fragen stellen können. Ich erwarte, dass mich mein Suchassistent dabei unterstützt und mir aufzeigt „wie alles zusammenhängt“ um richtige Fragen stellen zu können. Kontextsensitive semantische Vorschläge beim schreiben der Suchanfrage kann mittels Hintergrundwissen realisiert werden. Bei der Eingabe von „Behausung Jaguar“ ist schon ziemlich klar, dass man sich im Kontext Tier befindet, bei „Garage Jaguar“ wohl eher im Kontext Auto. Das ermöglicht sinnvollere Vorschläge zu machen und mit dem richtigen „Priming“ zu arbeiten. 

Semantik ist für die genannten Punkte eine Grundvoraussetzung! Wenn man das Netz - im Gehirn die Assoziationen - des Bekannten Wissens nicht nutzt, wird man nie das finden, was man finden könnte. 

Die Ignoranz für das möglicherweise Fehlende hat wie gesagt aus meiner Sicht nichts mit „change blindeness“ zu tun sondern mit einer anderen Blindheit – nennen wir sie „blindness for completeness“.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube nicht, dass „change blindness“ bei der Beurteilung der Leistung von &#8220;normalen&#8221; Suchmaschinen eine Rolle spielt. Das der Betrachter kleine und große (fehlender auffälliger Schal, andere Person, etc.) nicht-natürliche Veränderungen in z.B. Filmen nicht wahrnimmt, hat – so meine ich – mit der Arbeitsweise des Gehirns zu tun: wir fokussieren auf das Wesentliche und blenden ungewöhnliches und unwichtiges kontextsensitiv aus. Wir können das SO gut, dass man in manchen Experimenten nicht glauben kann, was man NICHT gesehen hat (ich möchte hier mein Lieblingsbeispiel nicht beschreiben, da dann die Lösung im Internet steht; aber glauben Sie mir, es wird Ihr Weltbild verändern … zumindest bei 75% aller Betrachter – wer es sehen will, muss zu mir kommen <img src='http://blog.ontonym.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> .</p>
<p>Wenn es um Suche geht, denke ich vielmehr, dass die Tatsache, dass man meistens etwas findet und damit oft schon recht zufrieden ist, verschleiert, dass man was nicht gesehen haben könnte! Und dann stehen da noch Zahlen wie 50.200.000 Suchergebnisse für die Suche nach „Jaguar“. Das ist eine gigantische Menge von Findings! Die überwältigt uns und wir schauen nur 10-20 Ergebnisse an. Aber der Punkt ist doch der: wir wissen vielleicht noch, dass es ein Auto und ein Tier gibt, die Jaguar heißen, aber das es einen Caddy, eine Betriebssystem, eine Uhrenmarke, eine Yacht und eine Schere (!) gibt „sehen“ wir nicht, weil wir es nicht wissen (zumindest ich wusste es nicht). Wir wissen nicht was wir verpassen und „was ich nicht weis macht mich nicht heiß“. Wir werden nur ungeduldig, wenn wir das Suchergebnis irgendwie kennen und es nicht finden. Zum Beispiel eine Telefonnummer. Da haben wir eine Vorstellung vom Suchergebnis. Bei den meisten Fragen haben wir IMHO keine vollständige Vorstellung vom Ergebnis ja noch nicht mal vom Suchraum. </p>
<p>Semantik kann einen Überblick über den Suchraum bieten, in dem Findings richtig einsortiert werden. Die Entitäten, bei denen es um das Auto geht (Kontext), werden dem Konzept „Jaguar Auto“ zugeordnet, die bei denen es um die Schere geht, entsprechend dem Konzept „Jaguar Schere“. Der Mehrwert liegt hier schon darin, dass mich der Assistent fragen könnte: „meinten Sie das Auto, das Tier, etc.?“. </p>
<p>Auch kann eine heutige Suchmaschine eine Information über z.B. Investitionen in Dresden nicht finden, wenn man nach Investitionen (in) Deutschland sucht. Sie weis nicht das Dresden ein Teil von Deutschland ist und kann die Information über Investitionen in Dresden nicht als relevant einstufen. Das semantische Netz, die Ontologie im Hintergrund kann dieses Wissen aber bereitstellen. So ist die Einstufung der Information über Dresden als relevant für eine semantische Suchmaschine geradezu selbstverständlich. Die Suche wird vollständig.</p>
<p>Heutige Suchmaschinen „wissen“ nicht, dass z.B. Aspirin unter 18 verschiedenen Namen gelistet wird (Vitamin E 172!). Sucht man nur nach Aspirin, verliert man alle Ergebnisse für die Synonyme (Acetysal, Solprin, Acylpyrin, Micristin, Dispril etc.). Die Suche wird durch die Berücksichtigung der Synonyme abgelegt im semantischen Netz vollständiger.</p>
<p>Ich denke auch, das Stellen guter Fragen ist fast schon die Antwort. Ergo um auf die Frage nach „the life, the universe and everything“ keine Antwort „42“ zu bekommen müssen wir gute Fragen stellen können. Ich erwarte, dass mich mein Suchassistent dabei unterstützt und mir aufzeigt „wie alles zusammenhängt“ um richtige Fragen stellen zu können. Kontextsensitive semantische Vorschläge beim schreiben der Suchanfrage kann mittels Hintergrundwissen realisiert werden. Bei der Eingabe von „Behausung Jaguar“ ist schon ziemlich klar, dass man sich im Kontext Tier befindet, bei „Garage Jaguar“ wohl eher im Kontext Auto. Das ermöglicht sinnvollere Vorschläge zu machen und mit dem richtigen „Priming“ zu arbeiten. </p>
<p>Semantik ist für die genannten Punkte eine Grundvoraussetzung! Wenn man das Netz &#8211; im Gehirn die Assoziationen &#8211; des Bekannten Wissens nicht nutzt, wird man nie das finden, was man finden könnte. </p>
<p>Die Ignoranz für das möglicherweise Fehlende hat wie gesagt aus meiner Sicht nichts mit „change blindeness“ zu tun sondern mit einer anderen Blindheit – nennen wir sie „blindness for completeness“.</p>
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