Grenzen der Wahrnehmbarkeit
Thomas Hoppe, Donnerstag, 14. Mai 2009Wir hatten eine ganze Reihe anderer Dinge zu tun, deshalb war lange Funktstille. Seit einiger Zeit bewegt mich ein Problem, dass ich noch nicht richtig benennen kann. Ich probiere mal das zu charakterisieren:
Wenn man eine herkömmliche Volltextsuche verwendet, erhält man viele Treffer von denen mitunter einige/viele falsch sind. Wenn man die Suchergebnisse durchgeht, dann erkennt man relativ schnell welche Treffer falsch sind. Beispiel: Wir fragen nach “Geschäftsführer” und es werden fälschlicherweise Stellenanzeigen für “Assistent des Geschäftsführers” gefunden. Das heißt, dass Fehler gemacht werden erkennen wir schnell.
Wenn man jetzt im Gegensatz eine neue bessere Technologie einsetzt, die die meisten Fehltreffer vermeidet, wie z.B. unsere semantische Suche, dann kann man nicht auf den ersten Blick sehen, dass Fehltreffer vermieden wurden. Beispiel (fortgesetzt): Wir fragen nach “Geschäftsführer” und es werden nur passende Anzeigen gefunden, d.h. Stellenanzeigen für “Assistent des Geschäftsführers” werden vermieden. Da diese Fehltreffer nicht mehr angezeigt werden, ist nicht ohne weiteres erkennbar, dass Fehler vermieden werden.
Im Gegensatz zu einer Steigerung des Recalls (der gefundenen, relevanten Treffer), die relativ einfach durch eine Vergrößerung der Treffermenge gezeigt werden kann, ist eine solche Verbesserung der Precision (die Vermeidung von Fehltreffern) nicht ohne zusätzliche Mechanismen/Argumente etc. aufzeigbar.
Ich vermute, dass dies ein Beispiel für eine prinzipielle, erkenntnistheoretische Grenze ist. Dummerweise, kenne ich mich da in der Philosophie nicht genügend aus, aber eigentlich müsste es für dieses Phänomen einen Namen geben. Kennt jemand eine Bezeichnung dafür oder ein Forum in dem ich diese Frage stellen könnte ?


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Samstag, 22. August 2009 um 15:11 Uhr
[...] So, da hab ich jetzt vermutlich den richtigen Begriff für das Phänomen gefunden. Welches Phänomen ? Ach so, ich meine dieses Posting. [...]